
Du wolltest gelassen und geduldig bleiben.
Du wolltest ruhig reagieren.
Du wolltest die Mama sein, die liebevoll erklärt statt laut zu werden.
Und dann passiert es doch.
Ein umgekippter Becher.
Die Kinder streiten sich schon wieder lauthals wegen irgendeiner Kleinigkeit.
Und dann noch ein trotziger Blick –
Und – du explodierst….
Nicht, weil du es willst – sondern weil es einfach passiert.
Und danach kommt es sofort: Das schlechte Gewissen und lauter negative Gedanken über dich selbst: „Warum bin ich so?“…. „So wollte ich doch nie sein“….. „Ich wollte das nie so machen“……„Andere Mütter schaffen das doch auch“… Ich glaube, dass wir Mamas das alle kennen. Ich jedenfalls erlebe das so.
Aber was wäre, wenn das Problem nicht deine Geduld ist? Sondern dein Nervensystem?
Mama im Dauerstress: Dein Körper läuft im Alarmmodus
Viele Mütter leben im permanenten Bereitschaftszustand. Sie sind immer für ihre Kinder da. Beim Essen, mitten in der Nacht, im Mittagstief, früh morgens, beim Abendessen wenn die Kleinen müde und nörgelig sind…… immer. Und zum ganz normalen Mama-Alltag gehört:
- Schlafmangel
- Krankheitswellen
- Mental Load
- Verantwortung für alles
- Ständige Unterbrechungen (Mamas erleben ca. 200 Unterbrechungen pro Tag!)
- Keine echte Pause
Stell dir vor
Und jetzt stelle dir nach einem typischen Mamatag mit Terminen, über 200 Unterbrechungen und dem üblichen Wahnsinn diese Situation vor: es ist mitten in der Nacht um 3 Uhr und du schreckst hoch, weil dein fieberndes Kind nach dir weint ….. – dann ist dein Stresssystem aktiviert. Biologisch passiert dies:
- Dein Sympathikus springt an (Fight-or-Flight-Modus)
- Stresshormone wie zum Beispiel Cortisol werden ausgeschüttet
- Dein Puls steigt
- Dein Gehirn priorisiert Überleben – nicht Empathie
Und in diesem Zustand ist es echt schwer pädagogisch wertvoll zu reagieren, liebevoll Grenzen zu setzen und klar zu reflektieren.
Das ist Neurobiologie. Kein Charakterfehler.
Wenn du also ständig gereizt bist oder schneller laut wirst, heißt das nicht, dass du versagt hast. Es heißt, dass dein Nervensystem überlastet ist.
Der große Gap: Ideal-Mama vs Echtes Leben
Viele Mamas tragen ein starkes inneres Ideal in sich. Du vielleicht auch.
- Ich will geduldig sein.
- Ich will präsent sein.
- Ich will bewusst erziehen.
- Ich will nicht schreien.
- Ich will es richtig gut machen.
Und dann trifft dieses Ideal auf Realität: Schlafentzug, Zeitdruck, Geschwisterkonflikte, Kranke Kinder, Wäscheberge, Jobstress, fehlende Unterstützung, Geldsorgen…..
Und diese Diskrepanz erzeugt enormen inneren Stress. Psychologisch nennt man das Selbst-Diskrepanz:
Wenn dein Ideal-Selbst und dein erlebtes Selbst weit auseinanderliegen, entsteht emotionale Spannung. → Ein Gap – eine Kluft – und diese Spannung äußert sich.
→ Und genau diese Spannung aktiviert dein Nervensystem noch weiter.
Das heißt für dich: Nicht dein Kind ist das Problem. Nicht du bist das Problem. Sondern der Dauerstress-Zustand ist das Problem.
Warum Mütter besonders betroffen sind
Mütter tragen oft – sichtbar oder unsichtbar – die Hauptverantwortung im Familienalltag.
Mental Load ist nicht nur eine To-do-Liste.
Es ist dein permanentes Mitdenken! In deinem Kopf kreisen am Tag ca. 6000 Gedanken und dein Gehirn trifft an die 20000 Entscheidungen. Wow!
- Hat das Kind morgen Sport?
- Haben wir schon ein Geschenk für den nächsten Kindergeburtstag?
- Wann war eigentlich die letzte Vorsorge?
- Was essen wir heute?
- Wer bringt wen wohin?
Diese dauerhafte kognitive Aktivität verhindert echte Erholung. Studien zeigen: Chronischer Stress senkt die Impulskontrolle und erhöht emotionale Reizbarkeit. Für diese Erkenntnis hätten wir Mütter wahrscheinlich keine Studie gebraucht – das kennen wir.
Wenn dein Cortisolspiegel dauerhaft erhöht ist, reagiert dein Gehirn schneller und intensiver – noch bevor dein Verstand eingreifen kann. Und deshalb fühlt es sich oft so an wie:
„Ich weiß, dass ich ruhig bleiben sollte und das möchte ich auch – aber ich kann nicht!“
Das ist kein moralisches Versagen. Es ist eine Stressreaktion → Biologie.
Der negative Kreislauf aus Stress und Schuldgefühlen
Überlastung führt zu:
→ Reizbarkeit → Lautwerden → Schuldgefühle → Selbstkritik → Noch mehr innerer Druck → Noch mehr Stress → Noch weniger Geduld
Und was ist die Reaktion? Viele Mütter versuchen dann noch perfekter zu werden. Sie versuchen sich zu optimieren.
Noch mehr Ratgeber.
Noch mehr Vorsätze.
Noch mehr Disziplin.
Aber unser Nervensystem reagiert nicht auf Druck. Es reagiert auf Sicherheit. Und dieser Punkt ist ganz wichtig!
Deswegen sage ich es noch einmal – es geht um SICHERHEIT. Und genau hier beginnt echte Veränderung.
Was dein Nervensystem wirklich braucht
Dein Nervensystem braucht keine Selbstoptimierung. Es braucht kleine Signale von Sicherheit.
Sicherheit entsteht durch:
- Verlangsamung
- Rhythmus
- Wiederholung
- Struktur
- soziale Unterstützung
- Selbstmitgefühl
Du kannst nicht erst dein Verhalten vom Kopf her verändern und hoffen, dass dein Körper folgt.
Nein –
Du darfst zuerst deinen Körper beruhigen – damit dein Verhalten folgen kann.
Alltagstaugliche Mini-Regulation für akute Momente

Du brauchst keine 30-Minuten-Meditation.
Hier sind 4 einfache, nervensystemfreundliche Impulse
1. Verlängere deine Ausatmung
Atme 4 Sekunden ein.
6 Sekunden aus.
Wiederhole das fünfmal.
→ Eine längere Ausatmung aktiviert den Parasympathikus – dein Beruhigungssystem.
2. Spüre deine Füße
Drücke deine Füße bewusst in den Boden.
Spanne sie kurz an.
Lass wieder los.
→ Dein Körper bekommt das Signal: Ich stehe. Ich bin sicher.
3. Sprich langsamer
Wenn du merkst, dass du lauter wirst, senke bewusst deine Stimme.
→ Langsames Sprechen reguliert dein System.
4. Blick-Orientierung
Lass deinen Blick im Raum schweifen.
Benenne dabei innerlich drei Dinge, die du siehst.
→ Das holt dein Gehirn aus dem Alarmmodus zurück in die Gegenwart.
Das sind keine „Tricks“. Das sind Regulationstechniken.
Wenn du dir dafür bewusst fünf Minuten nimmst, kann dein Nervensystem tatsächlich umschalten.
Genau dafür habe ich den 5-Minuten-Stress-Reset entwickelt – eine kleine Atem- und Ankommensübung, die du jederzeit im Alltag einsetzen kannst.
Es ist kostenlos und keine weitere Aufgabe – sondern eine Einladung, kurz auszusteigen. Lade es dir gleich herunter!
Warum eine Atemübung allein nicht reicht
Eine einzelne Übung kann akute Spannung senken.
Aber Dauerstress entsteht oft durch: fehlende Struktur, Überforderung, mangelnde Entlastung, Perfektionismus, fehlende Hilfe
Wenn sich die äußeren Stressquellen nicht verändern, bleibt dein System in Alarmbereitschaft.
Deshalb braucht nachhaltige Nervensystem-Regulation zwei Ebenen:
- Akute Beruhigung
- Strukturelle Entlastung
Und genau hier setzt mein 6-Wochen-Programm Stark am Limit – gelassen durch herausfordernde Zeiten an.
Nervensystem + Struktur: Warum beides zusammengehört
In Woche 1 geht es um Sofort-Entlastung. Du entdeckst kleine Energieanker, die dein System direkt spürbar beruhigen.
In der 2. Woche bringst du eine tragende Struktur in deinen Alltag für Klarheit und Stabilität, selbst wenn der Alltag stürmisch ist
In Woche 3 lernst du, Hilfe zu organisieren – weil soziale Unterstützung dein Nervensystem stabilisiert.
In der 4. Woche gehen wir unser inneres Mindset an und lösen uns von Perfektion und Schuldgefühlen – denn Selbstkritik und der Drang alles perfekt zu machen ist ein Dauer-Stressverstärker.
Und in Woche 5 stärkst du deinen Körper – mit Schlaf, Bewegung und Ernährung als Basis für Regulation und deinen Weg zu nachhaltig mehr Energie und Gelassenheit
In Kapitel 6 entwickelst du deinen persönlichen Gelassenheits-Notfallkoffer – damit du vorbereitet bist, wenn die nächste Krankheitswelle oder schwierige Phase kommt.
Es geht nicht um Selbstoptimierung. Es geht um Stabilisierung.
Nicht: „Werde eine bessere Mutter.“ Sondern: „Entlaste dich und dein Nervensystem.“
Du bist nicht falsch. Du bist erschöpft.
Vielleicht ist das Wichtigste, was du heute lesen kannst:
Du bist keine schlechte Mutter.
Du bist kein aufbrausender Mensch.
Du bist nicht zu schwach.
Du bist wahrscheinlich einfach dauerhaft im Stressmodus und dein Körper versucht, dich zu schützen.
Veränderung beginnt nicht mit einem großen Plan. Sondern mit einem ehrlichen Ja zu dir selbst.
Mit fünf Minuten Pause.
Mit einem Atemzug.
Mit einem Satz wie: „Ja – ich bin echt erschöpft“
Dein nächster kleiner Schritt
Wenn du merkst, dass dein Nervensystem oft im Alarm läuft, dann fange klein an.
Hol dir den 5-Minuten-Stress-Reset und probiere ihn heute noch aus.
Er ist kein weiteres Projekt – sondern ein erster Anker.
Und wenn du spürst, dass du mehr als eine Atemübung brauchst, dass du Struktur, Entlastung und echte Veränderung willst, dann begleite ich dich gerne in meinem Kurs.
Du musst nicht warten, bis nichts mehr geht.
Du darfst jetzt beginnen.
Mehr Infos zum Kurs findest du hier:
Kleine Schritte verändern mehr, als wir denken.
