Selbstfürsorge als Mama: Wie du dich im Familienalltag nicht selbst vergisst

Selbstfürsorge Mama ein Artikel auf www.easy-family.de

Vielleicht kennst du solche Tage: Du hast an die Brotdosen gedacht, die Sportsachen, den Einkauf, den Zahnarzttermin und daran, dass dein Kind morgen Geld für den Ausflug braucht.

Und irgendwann am Nachmittag merkst du: Du selbst hast seit dem Frühstück kaum etwas gegessen.

Oder du musst dringend zur Toilette – aber erst noch schnell …

Oder du bist eigentlich völlig erledigt und sagst trotzdem noch bei irgendeinem Termin zu.

Das klingt banal. Aber genau hier beginnt für mich Selbstfürsorge.

Nicht beim Wellness-Wochenende. Nicht bei einer perfekten Morgenroutine. Und auch nicht bei einer weiteren Liste mit Dingen, die du jetzt bitte noch „für dich“ erledigen sollst.

Sondern bei der Frage: Komme ich in meinem eigenen Alltag eigentlich auch noch vor?

Gerade als Mama kann das erstaunlich schnell verloren gehen. Andere brauchen etwas, Termine müssen eingehalten werden, irgendjemand hat Hunger – und die eigenen Bedürfnisse rutschen immer weiter nach hinten.

In diesem Artikel möchte ich deshalb nicht noch mehr auf deine To-do-Liste packen. Wir schauen lieber darauf, was Selbstfürsorge mitten in einem ganz normalen Familienalltag überhaupt bedeuten kann.

Was Selbstfürsorge als Mama eigentlich bedeutet

Beim Wort Selbstfürsorge denken viele zuerst an Me-Time, ein bisschen Yoga, ein heißes Bad oder einen Kaffee ganz in Ruhe.

Alles schön – wenn es dir guttut.

Aber Selbstfürsorge ist größer.

Für mich bedeutet sie vor allem: wahrzunehmen, wie es mir eigentlich geht, was ich brauche und das bei meinen Entscheidungen nicht grundsätzlich zu übergehen.

Manchmal bedeutet das tatsächlich eine Pause.

Manchmal bedeutet es, etwas abzusagen.

Jemanden um Hilfe zu bitten.

Früher ins Bett zu gehen.

Eine einfachere Lösung zu wählen.

Eine Grenze zu setzen.

Oder festzustellen: So wie wir das gerade machen, funktioniert es für mich nicht mehr.

Wenn Selbstfürsorge zur nächsten Aufgabe wird

Vielleicht hast du längst verstanden, dass du besser auf dich achten solltest. Und willst das auch.

Und vielleicht stresst dich genau das inzwischen auch.

Mehr schlafen. Gesund essen. Sport machen. Freundschaften pflegen. Meditieren. Dankbarkeitstagebuch führen. Regelmäßig Me-Time einplanen.

Wunderbar.

Nur: Wann eigentlich?

Wenn dein Tag sowieso schon randvoll ist, kann Selbstfürsorge plötzlich wie eine weitere Aufgabe wirken, bei der du das Gefühl hast, nicht genug zu schaffen.

Dann läuft etwas schief.

Selbstfürsorge sollte nicht bedeuten, deinen vollen Alltag noch effizienter zu organisieren, damit irgendwo zusätzlich 20 Minuten Yoga hineinpassen.

Manchmal beginnt sie viel früher:

Was macht meinen Alltag gerade so voll?

Was davon brauche ich wirklich?

Wo gehe ich ständig über meine eigenen Grenzen?

Und was könnte einfacher werden?

Woran du merkst, dass du selbst immer wieder hinten runterfällst

Zum Beispiel:

  • Du merkst erst am Nachmittag, dass du kaum etwas gegessen hast.
  • Du sagst Ja, obwohl du eigentlich Nein meinst.
  • Du erledigst erst „noch schnell alles“, bevor du dich hinsetzt.
  • Du weißt ziemlich genau, was alle anderen brauchen – aber nicht, was dir gerade guttun würde.
  • Du hast ein schlechtes Gewissen, sobald du etwas nur für dich machst.
  • Du bist gereizt und merkst gleichzeitig, dass du seit Stunden über deine eigenen Grenzen gehst.
  • Freie Zeit nutzt du automatisch, um Liegengebliebenes abzuarbeiten.

Es geht nicht darum, dass all das nie passieren sollte. Familienleben hat Phasen, in denen die eigenen Bedürfnisse zwangsläufig einmal zurückstehen.

Entscheidend ist eher die Frage: Ist das gerade eine Phase – oder ist daraus mein Normalzustand geworden?

Selbstfürsorge beginnt mit Hinschauen

Bevor du überlegst, was du zusätzlich für dich tun könntest, stell dir einmal eine andere Frage:

Was brauche ich gerade eigentlich?

Nicht grundsätzlich. Nicht für mein bestes zukünftiges Ich.

Sondern heute.

Vielleicht Ruhe. Etwas Hilfe. Vielleicht Essen. Oder Bewegung.

Zehn Minuten ohne Ansprache. Vielleicht ein Gespräch. Oder weniger Termine.

Vielleicht endlich eine Entscheidung bei etwas, das dich seit Wochen beschäftigt.

Und manchmal lautet die Antwort auch schlicht:

Ich weiß es gerade überhaupt nicht.

Auch das ist ein Anfang.

7 Formen von Selbstfürsorge, die mitten im Familienalltag möglich sind

1. Nimm körperliche Bedürfnisse ernst

Hunger, Durst, Toilette, Schlaf, Schmerzen, Ruhe.

Nicht als Wellness. Als Grundversorgung.

2. Mach nicht automatisch alles zu Ende

Die Küche muss nicht fertig sein, bevor du dich hinsetzt.

3. Sag nicht automatisch Ja

Ein Nein kann manchmal genau das sein, was du gerade brauchst. Vor allem dann, wenn du merkst: Eigentlich möchte oder kann ich das gerade nicht – aber ich sage trotzdem zu.

Wenn dir das schwerfällt, lies hier weiter: Nein sagen – es ist völlig OK NEIN zu sagen

4. Bitte nicht nur um Hilfe – teile Verantwortung

Manchmal hilft es nicht genug, wenn jemand anderes einzelne Aufgaben übernimmt – während du weiterhin diejenige bist, die daran denkt, plant und den Überblick behält.

Schau deshalb auch darauf: Was muss wirklich in meinem Kopf bleiben? Was kann jemand anderes komplett übernehmen?

Mehr dazu findest du hier:Mental-Load- warum dein Kopf nie Pause hat?

5. Wähle manchmal die einfachere Lösung

TK-Pizza statt selbst kochen. Gekaufter Kuchen statt backen. Die Wäsche morgen. Einen Termin absagen, der diese Woche einfach zu viel ist.

Nicht jede einfache Lösung passt immer. Aber du musst einen ohnehin vollen Tag nicht noch komplizierter machen, nur weil du meinst, dass man etwas eigentlich anders machen müsste.

6. Plane nicht nur nach dem, was alle anderen brauchen

Wenn fünf Menschen zu einer Familie gehören, können nicht dauerhaft vier Bedürfnisse zählen und eines nicht.Da s bedeutet nicht, dass immer alle gleich viel bekommen. Familienleben funktioniert so nicht. Manchmal braucht ein Kind sehr viel von dir und deine eigenen Wünsche müssen warten.

Problematisch wird es, wenn deine Bedürfnisse grundsätzlich die ersten sind, die gestrichen werden.

Frag dich deshalb bei euren Plänen ruhig auch: Was brauche ich, damit dieser Tag für mich ebenfalls funktioniert?

7. Frag dich regelmäßig: Passt das eigentlich noch zu uns?

Gewohnheiten, Termine und Erwartungen schleichen sich schnell in einen Familienalltag ein. Irgendwann machen wir Dinge einfach weiter, weil wir sie eben immer so gemacht haben.

Deshalb lohnt sich zwischendurch die Frage:

Passt das eigentlich noch zu unserem Leben?

Vielleicht muss nicht alles anders werden. Aber manches vielleicht schon.

Selbstfürsorge löst nicht jedes Problem

Nicht jede Erschöpfung lässt sich mit einer Pause lösen.

Und nicht jeder volle Familienalltag wird leichter, weil du zehn Minuten spazieren gehst.

Manchmal liegt das Problem tiefer: zu viele Aufgaben, zu viel Verantwortung, fehlende Unterstützung, dauerhafte Konflikte, finanzielle Sorgen, gesundheitliche Belastungen oder eine Lebenssituation, die gerade schlicht sehr viel fordert.

Dann ist Selbstfürsorge nicht die Aufgabe, dich so weit wiederherzustellen, dass du alles weitertragen kannst.

Dann kann Selbstfürsorge auch bedeuten, etwas an den Umständen zu verändern oder Unterstützung zu suchen.

Wenn du über längere Zeit sehr erschöpft bist, körperliche Beschwerden hast oder merkst, dass du deinen Alltag kaum noch bewältigen kannst, lass bitte auch ärztlich oder therapeutisch abklären, was dahintersteckt.

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Selbstfürsorge heißt auch: Du gehörst dazu

Vielleicht musst du nach diesem Artikel gar keine neue Routine anfangen.

Vielleicht reicht für heute eine andere Frage:

Was brauche ich – und wie kann das in unserem heutigen Familienalltag auch einen Platz bekommen?

Nicht wichtiger als alle anderen.

Aber eben auch nicht grundsätzlich unwichtiger.

Du gehörst schließlich auch zu deiner Familie.

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